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Start Lexikon Was die Wissenschaft zu wärmedämmenden Farben sagt: Der Klimakammertest der Leibniz Universität Hannover

Was die Wissenschaft zu wärmedämmenden Farben sagt: Der Klimakammertest der Leibniz Universität Hannover

16. September 2026 · 4 Min. Lesezeit

Anfang 2026 haben zwei Branchenverbände ein gemeinsames Positionspapier zu den Wärmedämm-Versprechen bestimmter Anstriche veröffentlicht. Grundlage ist ein Klimakammertest an einem Bauphysik-Institut. Dieser Beitrag stellt Anlass, Testaufbau und Ergebnis dar.

Anlass und beteiligte Institutionen

Herausgeber des Positionspapiers „Verbände warnen vor ‚wärmedämmenden Farben‘ und ‚energiesparenden Anstrichen‘“ sind der VDPM e.V. (Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel) und der VdL e.V. (Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie). Mitgetragen wird das Papier vom Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz, dem Bundesverband Ausbau und Fassade, dem Fachverband der Stuckateure Baden-Württemberg, dem FIW München und dem GIH Bundesverband. Die breite Trägerschaft zeigt, dass es den Verbänden um eine grundsätzliche fachliche Klärung ging.

Das geprüfte Produkt

Untersucht wurde die Farbe „BAUTER Nano-Dämmung“ der BAUTER Deutschland GmbH aus Berlin, die mit vakuumierten Polymer-Mikrokugeln beworben wird. Das Papier untersucht ausschließlich dieses eine Produkt; zu PScoat äußert es sich nicht.

Der Versuchsaufbau am Institut für Bauphysik

Die Messung übernahm das Institut für Bauphysik der Leibniz Universität Hannover unter Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Nabil A. Fouad und Dr.-Ing. Torsten Richter. In einer Klimakammer standen drei würfelförmige Versuchskörper mit je 55 cm Kantenlänge:

  • Würfel 1: beschichtet mit BAUTER Nano-Dämmung
  • Würfel 2: beschichtet mit herkömmlicher Fassadenfarbe ohne Dämmversprechen
  • Würfel 3: gedämmt mit EPS 032 in 20 cm Dicke

Die Innenlufttemperatur lag konstant bei +40 °C, die Außentemperatur wurde gestuft auf +5 °C, +10 °C und +15 °C eingestellt. Gemessen wurde jeweils der Energieverbrauch, der nötig war, um die Innentemperatur zu halten, ein direktes Maß für die tatsächliche Dämmleistung des Aufbaus.

Das Ergebnis

Die mit BAUTER Nano-Dämmung beschichtete Kammer verhielt sich wie die Kammer mit der Vergleichsfarbe; eine messbare wärmedämmende Wirkung ließ sich nicht feststellen. Der EPS-Körper zeigte mit großem Abstand die beste Dämmwirkung und den geringsten Energieverbrauch zur Temperaturhaltung.

Einordnung der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale Thüringen kam bereits 2023 zu einem ähnlichen Ergebnis. In einer Pressemeldung vom 10.03.2023 erklärte Energiereferentin Ramona Ballod: „Ein Anstrich kann diese Dämmwirkung nicht ersetzen.“ Die Begründung ist baulich: Nachträglich aufgebrachte Dämmschichten sind typischerweise 150 bis 200 mm dick, ein Farbanstrich dagegen nur wenige Millimeter.

Was der Test für PScoat bedeutet

Der Test betrifft ausschließlich das geprüfte Produkt. Die Anwälte von VdL und VDPM stellten im Februar 2026 schriftlich klar, dass sich Positionspapier und Klimakammertest nur auf die „BAUTER Nano-Dämmung“ beziehen; PScoat wird darin nicht erwähnt. PScoat ist ein Dämmputz nach EN 15824 und kein Anstrich. Seine Wirkung belegen Messungen am Haus, im Prüfstand und per Wärmebild, zusammengefasst auf der Seite Nachweise und Messungen.

Quellen

  • Positionspapier von VDPM und VdL (2026) mit dem Klimakammertest der Leibniz Universität Hannover, Institut für Bauphysik (Univ.-Prof. Dr.-Ing. Nabil A. Fouad, Dr.-Ing. Torsten Richter)
  • Verbraucherzentrale Thüringen, Pressemeldung vom 10.03.2023, Zitat von Ramona Ballod
  • Klarstellung der Anwälte von VdL und VDPM (Kanzlei WINHELLER), Schreiben vom 12.02.2026

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